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Ocon beschämt sich selbst mit der Aussage 'nur Hamilton war besser'

Ocon beschämt sich selbst mit der Aussage 'nur Hamilton war besser'

27 September - 11:53
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GPblog.com

Esteban Ocon hat sich in letzter Zeit zu sehr in den Vordergrund geschoben. Der Alpenfahrer liegt in der Weltmeisterschaft derzeit einen Platz höher als sein Teamkollege Fernando Alonso. Der zweifache Weltmeister hat sich in seiner Formel-1-Karriere kaum über eine ganze Saison hinweg überraschen lassen. Lewis Hamilton ist vielleicht der einzige Fahrer, dem das gelungen ist (im Jahr 2007) und Ocon zieht damit einen sehr eigenartigen und auch absurden Vergleich.

"Wenn ich mir die Karriere von Fernando anschaue, hat nur Lewis ein gleichwertiges Ergebnis erzielt. Alle anderen haben nicht besser abgeschnitten als ich", sagte Ocon nach dem Großen Preis von Italien. Der Franzose findet, dass er einen guten Job gemacht hat. Deshalb findet er es "wirklich verrückt", dass die Außenwelt oft eine andere Meinung zu haben scheint, wenn es darum geht, seine Leistung zu beurteilen. Er versteht auch wenig, warum die Leute manchmal bestimmte Leistungen von ihm vergessen.

Nun Esteban, lies weiter, denn ich erkläre dir ganz genau, warum das überhaupt nicht verrückt zu nennen ist. Schließlich sind deine Leistungen in der Formel 1 nicht gerade etwas, das so manchem Formel-1-Fan den Mund offen stehen lässt. Ganz einfach: Du bist in der Weltmeisterschaft nur einmal vor deinem Teamkollegen ins Ziel gekommen. Wann und gegen wen? Im Jahr 2016 gegen Rio Haryanto, mit, nun ja, null Punkten.

Ocon immer wieder besiegt

Ocon bekam dann eine Chance als Mercedes-Schützling bei Force India/Racing Point. Zwei Saisons lang trat er gegen Sergio Perez an und landete im Kampf um die Weltmeisterschaft zweimal hinter dem Mexikaner. Derselbe Perez fährt jetzt natürlich bei Red Bull Racing, aber dort wird er wiederum von Max Verstappen zurückgestuft. Außerdem: Wenn du behauptest, mit der absoluten Spitze in der Königsklasse des Motorsports mithalten zu können, musst du in der Lage sein, einen Perez zu schlagen. Selbst Fahrer wie Charles Leclerc, George Russell und Lando Norris würden Perez mit gleichwertigem Material ein ganzes Jahr lang schlagen.

Wie auch immer, wir drücken ein Auge zu bei Ocons zwei Jahren bei Force India/Racing Point. Schließlich war er damals nur ein halbes Jahr bei Manor dabei, während Perez viel mehr Erfahrung hatte. So oder so, es sorgte dafür, dass Ocon ein Jahr lang an der Seitenlinie sitzen musste, da es 2019 keinen Platz für ihn gab.

Die Alpine-Ära

Bei Renault/Alpine lief es jedoch nicht viel besser. Als Mercedes-Talent wurde von ihm erwartet, dass er es Daniel Ricciardo unglaublich schwer macht. Zumindest war das die Hoffnung des französischen Rennstalls selbst. Doch das ist nicht eingetreten. Ocon lag im Qualifikationsduell 15:2 zurück und holte fast die Hälfte der Punkte seines Teamkollegen (119 gegenüber 62). Trotzdem: schmerzhaft.

2021 bekam er Alonso als Teamkollegen und obwohl das Qualifikationsduell unentschieden ausging, musste er seinen Teamkollegen in der Weltmeisterschaft erneut schlagen, was bei dem 26-jährigen Fahrer immer wieder vorkommt. Wie bereits erwähnt, liegt er jetzt, sechs Grands Prix vor Schluss, sieben Punkte vor Alonso. Bis zu seinem DNF in Monza hatte der Spanier sogar zehn GP-Wochenenden in Folge gewonnen. Du solltest aufpassen, Esteban!

Die Situation ist vielleicht ähnlich wie bei Mercedes (und gleichzeitig überhaupt nicht). George Russell ist auf dem besten Weg, Rekordchampion Lewis Hamilton 2022 zu schlagen, und wenn man sich nur die Tabelle ansieht, sieht es für Ocon gut aus. Einen Vorsprung auf einen zweimaligen Weltmeister nach 16 Rennen kann nicht jeder von sich behaupten. Der große Unterschied? Russell fährt aus eigener Kraft vor dem siebenfachen Weltmeister, während Ocon bisher eher Glück hatte. Aus eigener Kraft hätte Ocon jetzt etwa 20 Punkte hinter Alonso gelegen.

Was spielst du da, Ocon?

Ocons Aussage erweckt den Anschein, dass er stark unterschätzt wird. Der Grund, warum ihm nie so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist jedoch, dass seine Leistungen in den letzten Monaten oder Jahren einfach nicht so beeindruckend waren. Zweimal stand Ocon bisher im Mittelpunkt des Interesses: beim Großen Preis von Brasilien 2018 und beim Großen Preis von Ungarn 2021.

Im ersten Rennen traf er den Red Bull von Max Verstappen. Ocon wollte auf neueren Reifen einen Rundenrückstand aufholen, traf dabei aber den Führenden. Eine sehr ungeschickte Aktion und auch nicht wirklich gut für das Image des Franzosen. Knapp drei Jahre später gewann Ocon seinen ersten GP. Aus eigener Kraft? Ein bisschen, aber vor allem dank der großartigen Arbeit von Teamkollege Alonso. Der 41-jährige Fahrer hielt den aufstrebenden Hamilton einige Runden lang auf Abstand, bis er schließlich auf der Ziellinie 2,7 Sekunden hinter Ocon lag.

Von der Vergangenheit in die Zukunft, denn Ocon wird irgendwann wirklich anfangen müssen, seinen Teamkollegen zu schlagen. Schließlich ist dein erster Bezugspunkt immer dein Teamkollege. Eines ist auf jeden Fall sicher: Er wird einen neuen Teamkollegen haben. Schließlich wechselt Alonso zu Aston Martin.

Gasly gegen Ocon

Gasly ist der wahrscheinliche Kandidat, um 2023 neben Ocon bei Alpine Platz zu nehmen. Letzterer hat den Vorteil, dass er bereits das ganze Jahr über an der Entwicklung des nächstjährigen Autos beteiligt ist. Alonso ist nämlich seit der Sommerpause nicht mehr dabei und so wird das neue Alpine-Auto ganz nach Ocons Gefühl entwickelt werden. Gasly ist immer noch nicht vorgestellt worden und hat somit keinen Einfluss auf das nächstjährige Auto.

Ocon wird eine schwere Aufgabe gegen Gasly haben, denn, wir wiederholen uns, er hat in den letzten Jahren nicht so viele Teamkollegen in der Königsklasse des Motorsports geschlagen. Sicherlich kannst du erwarten, dass er in den ersten fünf Rennen 2023 vor Gasly ins Ziel kommt. Der Fahrer, der von AlphaTauri kam, ist völlig neu und wird sich erst einmal eingewöhnen müssen. Wenn er gleich um Ocon herumfährt, wird es für Ocon extrem schmerzhaft werden.

Außerdem wird es interessant sein zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen Ocon und Gasly entwickeln wird. Die beiden Fahrer kamen früher überhaupt nicht miteinander aus, obwohl Ocon sagt, dass sie sich jetzt respektieren. Ocon wird wissen, dass im Jahr 2023 ein gewisser Druck auf seinen Schultern lastet. Er ist nicht der einfachste Kerl in der Startaufstellung, mit dem man arbeiten kann, nicht unbedingt ein Teamplayer und in der Vergangenheit haben wir oft genug gesehen, dass ein frustrierter Ocon kein schneller Ocon ist.

Und zum Schluss! Nach dem Großen Preis von Abu Dhabi wird Ocon in der Endabrechnung der Weltmeisterschaft 2022 wieder "nur" hinter Alonso liegen. Merk dir meine Worte.

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