FIA-Chefs müssen jetzt sechs Monate warten, bevor sie zu einem Team gehen

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Neue FIA-Regel für Vorsitzende
21. Dezember ab 16:47
  • GPblog.com

Die FIA hat neue Regeln für ehemalige Führungskräfte der Organisation eingeführt. Der neue Artikel 9.17 des Internationalen Sportkodex der FIA legt fest, was hochrangige FIA-Mitglieder nach ihrem Ausscheiden aus ihrem Amt tun dürfen und was nicht.

Die neuen Regeln der FIA für die Saison 2023 hatten zuvor wegen des Verbots politischer Äußerungen für einige Kontroversen gesorgt. Im gleichen neuen Regelwerk wurde auch eine weitere Maßnahme eingeführt: Ehemalige FIA-Präsidenten und stellvertretende Präsidenten für Sport dürfen in den ersten sechs Monaten nach ihrem Ausscheiden keine Rolle bei einem Team in der Formel 1 einnehmen.

Diese Regel soll verhindern, dass sich eines der Teams einen unfairen Vorteil gegenüber dem Rest des Feldes verschafft. Die FIA hat einen umfassenden Einblick in die Finanzen, Pläne und Organisation der verschiedenen Teams und weiß, welche Pläne für neue Regeln geschmiedet werden, bevor sie tatsächlich eingeführt werden. All diese Informationen könnten einem Team zu Beginn der Saison einen erheblichen Vorteil verschaffen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Informationen nach sechs Monaten nicht mehr neu oder geheim sind und daher den verschiedenen Teams keinen Vorteil mehr bieten.

Bislang keine praktische Anwendung

Derzeit hat die Regel noch keine praktische Anwendung. Jean Todt ist der einzige noch lebende ehemalige Präsident der FIA. Graham Stoker war der stellvertretende Präsident für Sport. Beide sind vor etwa einem Jahr aus ihren Ämtern ausgeschieden und fallen daher nicht mehr unter diese Regel.

Der genaue Wortlaut der Regel lautet wie folgt: "Ein Teilnehmer, der an einer FIA-Meisterschaft teilnimmt, darf die Dienste eines ehemaligen FIA-Präsidenten oder eines ehemaligen stellvertretenden FIA-Sportpräsidenten (als Angestellter, unabhängiger Auftragnehmer, Berater oder auf andere Weise) erst dann in Anspruch nehmen, wenn sechs Monate seit dem Datum vergangen sind, an dem sie ihr Amt als Präsident oder stellvertretender Sportpräsident (je nach Fall) niedergelegt haben, und in jedem Fall darf der oben genannte Wettbewerber ohne zeitliche Begrenzung keine vertraulichen Informationen erhalten, nutzen oder verwenden, die ein ehemaliger Präsident der FIA oder ein ehemaliger stellvertretender Präsident für Sport der FIA während seiner Amtszeit erhalten hat."