Kein Red Bull-Talent bei AlphaTauri; warum De Vries eine Option für Marko ist

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Kein Red Bull-Talent bei AlphaTauri; warum De Vries eine Option für Marko ist
18. September 2022 ab 19:30
  • GPblog.com

Nyck de Vries ist auf dem Radar von AlphaTauri aufgetaucht, wie dieses Wochenende bekannt wurde. Beim Rennstall aus Faenza steht Pierre Gasly noch für die nächste Saison unter Vertrag, aber der Franzose ist der Top-Kandidat für die Nachfolge von Fernando Alonso beim Alpine-Team. Warum ist Marko also bei De Vries gelandet? Die Antwort gibt er selbst bei Auto, Motor und Sport.

Kein Red Bull Junior "bereit

Mit Liam Lawson, Dennis Hauger, Jehan Daruvala und Ayumu Iwasa hat der österreichische Rennstall vier aktive Fahrer in der Formel 2, aber Marko hält noch keinen für reif für den Schritt in die Formel 1. Auch Juri Vips gehörte bis zur Hälfte dieser Saison zum Juniorenprogramm von Red Bull, aber nach seinem rassistischen Vorfall scheint er ohnehin nicht mehr mit einem F1-Debüt bei AlphaTauri rechnen zu müssen. Die mageren Ergebnisse des Esten helfen ihm sicher auch nicht weiter.

Red Bull ist nur allzu sehr darauf bedacht, seinen eigenen Talenten eine Chance zu geben, und es wird sehr viel Geld in die eigene Ausbildung investiert. Deshalb ist es für Marko sehr enttäuschend, dass er sich woanders umsehen muss, um einen Ersatz für Gasly zu finden. Der Plan von Red Bull war eigentlich, dass ein Lawson oder Vips schon bereit sein sollte.

Doch sie haben enttäuscht. Marko freut sich über jemanden wie Iwasa, aber nach Ansicht des Beraters muss der Japaner noch mehr Kilometer machen. "Er braucht eine zweite Formel-2-Saison", sagte er. In der Formel 3 fährt mit Isack Hadjar ein großes Red Bull Talent herum. Der Franzose hat den Titel in der Formel 3 knapp verpasst und wird nächstes Jahr in der Formel 2 zu sehen sein. Marko hat eine hohe Meinung von ihm: "Er ist ein Typ wie Prost", nennt er ihn.

Dash durch Plan A

Von außen betrachtet war Colton Herta immer die erste Option für Red Bull Racing und AlphaTauri, aber die Hoffnungen auf die Ankunft des Amerikaners haben sich nun zerschlagen. Der 22-jährige Fahrer hat nicht genügend Superlizenzpunkte, was ihn nach den FIA-Regeln daran hindert, in der Formel 1 zu debütieren. Herta hat jedoch schon einige Saisons in der IndyCar absolviert und dort sogar mehrere Siege errungen.

Marko findet es daher unverständlich, dass die FIA nur sehr wenige Superlizenzpunkte für Meisterschaften wie IndyCar und Japanese Super Formula vergibt. In der Formel 2 und der Formel 3 gibt es viel mehr Punkte, auch wenn sie nicht unbedingt die besten Sprungbretter zur Formel 2 sind. Gasly ist ein Beispiel, der auch schon in der japanischen Formel gefahren ist. "In der IndyCar und der japanischen Super Formula gibt es wirklich schnelle Rennwagen und einen starken internen Wettbewerb. Sie werden im Vergleich zu unseren Nachwuchsserien [Formel 2 und Formel 3] deutlich unterschätzt", sagte Marko.

De Vries plötzlich doch im Bilde

Aus den Worten von Christian Horner während des Grand-Prix-Wochenendes in den Niederlanden schienen wir zu schließen, dass es bei AlphaTaur entweder Gasly oder Herta im Jahr 2023 sein würde. Es schien nicht wirklich eine Option B zu geben, aber vermutlich hat De Vries Marko und Konsorten dank seiner Leistung beim Großen Preis von Italien als Ersatz für Alexander Albon sehr beeindruckt.

De Vries hat bereits in Graz mit dem 79-jährigen Österreicher gesprochen, obwohl noch nicht sicher ist, dass er tatsächlich einen Platz bekommt. Verschiedenen Berichten zufolge soll der frühere Formel-2- und Formel-E-Champion jedoch in der Pole Position sein und in den nächsten Wochen sollte Klarheit herrschen. Ein weiterer Vorteil für Red Bull ist, dass De Vries möglicherweise interessante Informationen aus dem Mercedes-Lager liefern könnte. Immerhin ist er als Test- und Reservefahrer eng in die Entwicklung des/der Autos eingebunden.