Exclusive

Analyse: Sainz am dichtesten an Verstappen dran, Williams ebenfalls mit starkem Langlauf

Analyse: Sainz am dichtesten an Verstappen dran, Williams ebenfalls mit starkem Langlauf

07-07-2023 21:21

GPblog.com

Max Verstappen ist, wie erwartet, der große Favorit für den britischen Grand Prix, wenn man die Daten aus den freien Trainings am Freitag betrachtet. Carlos Sainz ist der engste Herausforderer für dieses Wochenende in Silverstone, so wie es vor einem Jahr der Fall war. Williams ist überraschend schnell.

Williams überrascht in Silverstone

Der Freitag in Silverstone bot einige bemerkenswerte Ausreißer. Der größte ist Williams, der das zweite freie Training mit der dritt- und fünftschnellsten Zeit von Alexander Albon und Logan Sargeant beendete. Das war schon nach FP1 eine Überraschung. Nach FP2 konnte es kein Zufall mehr sein, und auch Williams selbst sagt, dass es kein Ruhmesblatt mit wenig Sprit war.

Das beweisen auch die Daten vom Freitag. Albon und Sargeant haben offensichtlich nicht die Pace, um Verstappen den Sieg streitig zu machen, aber die schnelle Ein-Runden-Fahrt beider Fahrer wird durch eine starke Long-Run-Pace untermauert.

Albon fuhr einen Long Run über 12 Runden auf dem harten Reifen. Dabei fuhr der britisch-thailändische Fahrer Rundenzeiten zwischen 1.34.0 und 1.34.9. Sie waren konstant und schnell, denn die beiden anderen Fahrer, die ebenfalls auf dem harten Reifen unterwegs waren, waren kaum schneller. Pierre Gasly fuhr im Namen von Alpine einen 11-Runden-Lauf mit Zeiten zwischen 1.33.8 und 1.35.1. Lando Norris fuhr neun Runden auf dem harten Reifen mit Zeiten zwischen 1.33,6 und 1.34,9. Alpine und McLaren sind besser als Williams, aber das ist an diesem Wochenende noch nicht der Fall.

Wie lässt sich der plötzliche Aufstieg von Williams erklären? Nur eine Sache: Pirellis neue Reifen. Der italienische Reifenlieferant hat für dieses Wochenende eine neue Reifenkonstruktion mitgebracht, die für das Team aus Grove gut zu funktionieren scheint.

Sainz ist der engste Herausforderer von Verstappen

Verstappen ist am Freitag erneut der Beste in England, aber er scheint keinen großen Vorsprung auf die Konkurrenz zu haben. Über eine Runde bleibt Sainz innerhalb eines Zehntels des Niederländers; auch auf lange Sicht sind die beiden kaum zu unterscheiden. Fast zeitgleich absolvierten Verstappen und Sainz einen Long Run auf dem weichen und dann auf dem mittleren Reifen. Verstappen ist im Durchschnitt schneller, aber mit einem kleinen Unterschied. Der zweifache Weltmeister fuhr in seinen acht Runden auf dem weichen Reifen Rundenzeiten zwischen 1.33.0 und 1.34.4. Sainz absolvierte zehn Runden auf dem weichen Reifen mit Zeiten zwischen 1.33.3 und 1.35.1.

Auch bei der Höchstgeschwindigkeit steht Sainz Verstappen kaum nach. Während der RB19 über weite Strecken des Jahres auf den Geraden im Vorteil war, scheint Ferrari diesen Vorsprung ziemlich gut aufgeholt zu haben. Sainz und Verstappen erreichen bei ihrem schnellsten Run am Freitag 327 km/h.

Verstappen, Sainz und Sergio Perez sind nach dem Freitag die großen Favoriten für den Rest des Wochenendes. Mercedes hat zu kämpfen, kann aber noch nicht ausgeschlossen werden. Über eine Runde schafften es die Mercedes-Fahrer nicht einmal in die Top Ten, aber der Long Run zeigt, dass mehr drin ist. Lewis Hamilton absolvierte zehn Runden auf dem weichen Reifen mit Zeiten zwischen 1.33.6 und 1.34.3. Der geringe Reifenabbau ist besonders bemerkenswert, und die Pace ist ähnlich wie die von Sainz. Die Höchstgeschwindigkeit von Mercedes ist allerdings ein Problem. Hamilton erreichte in seiner schnellsten Runde nur 322 km/h, aber vielleicht erklärt eine etwas niedrigere Motoreinstellung im Qualifikationslauf die langsamere Rundenzeit und die relativ niedrige Höchstgeschwindigkeit.

Aston Martin liegt zurück. Fernando Alonso fehlt eine Sekunde auf eine Runde, was sich auch im Long Run widerspiegelt. Der Spanier fuhr zehn Runden auf dem weichen Reifen mit Zeiten zwischen 1.34.1 und 1.34.8. Das ist zwar konstant, aber auch konstant langsamer als Sainz, Verstappen und Hamilton.

Nach den ersten beiden freien Trainings sieht das Bild also nicht viel anders aus als in Österreich. Verstappen ist der Schnellste, gefolgt von einem Ferrari und seinem Teamkollegen. Dahinter sind Aston Martin und Mercedes etwas enttäuschend, so dass sie hinter Alpine, McLaren und, in Großbritannien überraschenderweise, Williams liegen.